Ca. 16-Jährige in der S-Bahn. Ihr Handy klingelt.
“Heeeyyy. (Pause) Aha… Was hat sie gesagt…? (Pause) WAS hat sie gesagt…?!? (Pause) Menno. Ich versteh’ dich voll schlecht… WAS HAT SIE GESAGT?!?!? (längere Pause) Ah… – Mir doch egal, was die sagt!”
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“Die” wurstelt mit der Frischhaltefolienrolle und einer Schere herum.
Die: “Manno. Zu kurz abgeschnitten. Nächstes mal bin ich schlauer.”
Der: (verhalten) “Juchhu…!”
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Mensch, ich seh’ ja hier kaum die Tastatur vor Händen, weil hier so’n Funzellicht ist. Vor’m Fenster stapeln sich nämlich Berge frisch gebügelter Wäsche. Diese Berge werde ich im Laufe des Nachmittags in meinen kleinen, bordeauxrosa- farbenen Koffer tektonisieren, wo sie dann höchstvermutlich wieder so zusammengeprummelt werden, dass ich an Hollands Stränden nur “Die Plissierte” genannt werden werde. Werden werde? Jawoll. (Es sei denn, der Liebste packt wirklich ein, worum ich ihn gebeten habe: Ein putziges, kleines Reisedampfbügeleisen. – “Reisedampf! Ich will Reisedampf!”)
Den ganzen Rest (Kabeltjes, Schuhe, Notizbücher, Naschwerk, alles-was-nicht-Klamotte-ist, Proviantfrikadellen) stopfe ich in eine große, bunte Reisetasche und morgen früh geht’s dann los! Erstmal mit der Bahn nach Duisburg, dann werde ich direkt umgeladen ins Auto, im Vorbeifahren springt noch die liebe Schwägerschwesterin auf und weiter geht’s nach Domburg/Zeeland, Freundes- besuch ungeduldig erwarten, einen kleinen meeresrauschenden Geburtstag feiern und ansonsten eine Woche Horizont begucken…
- Somit: Tot ziens!
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Also, ein Handwerksmann lässt mir das Wasser aus allen Heizkörpern, um dann fröhlich Stückchen und Scheibchen aus den dorthin führenden Rohren rauszusägen und mal eben an irgendwelchen undichten Ventilen rumzudrehen, das Ganze begleitet von schlimmem Radio (Schlager und Jean-Michel Jarre und so. Rondo Veneziano fehlte noch zum Glück.).
In der langsam erkaltenden Wohnung schreibe ich erst überfällige Briefe und telefoniere später mit einer Dame, die mich zu einem bestimmt tollen Vorstellungsgespräch nächste Woche einladen möchte. Leider bin ich ausgerechnet nächste Woche nicht da, denn da weile ich im langersehnten Hollandurlaub. Ich sag’ nur: Strandhaus mittm Liebsten. Bedauerlicherweise schießt mich das offenbar ins Aus, was diesen Jopp angeht, denn das Gespräch lässt sich weder vorziehen noch nachholen… – Mist, mistiger!
Weil ich deswegen unbedingt ein Erfolgserlebnis brauche, und sei’s ein dösich-hausfrauliches, entkalke ich mein Bügeleisen. Das muss ja auch mal sein und ist immerhin nicht terminabhängig. Und wenn ich es gleich noch schaffe, die Wäsche vernünftig aufzuhängen, werde ich das einfach “Nassmaterialmanage- ment” nennen und mir ein hübsches Zeugnis malen. Und die Schubladen damit auslegen, bevor ich mit 2 Wärmflaschen ins Bett gehe.
Morgige absehbare Ereignisse:
Arzttermin. Dort will man mir reichlich Blut abzapfen und im Austausch dafür ein paar Impfungen reindrücken. (Letzteres werde ich allerdings erstmal zu verschieben wissen.) Danach radel’ ich wohl noch kilometerweit, um ein von der Post absichtlich verirrtes Päckchen mit köstlichen englischen Toffees wieder einzufangen. Und wieder zuhause werde ich der Wiederauffüllung des (hoffentlich wieder ordentlich zusammen gefügten) Rohrsystems harren.
Und dann kommt’s! Der Brenner: Ich werde das zwischenzeitlich getrocknete Nassmaterial mit dem runderneuerten Bügeleisen total platt machen!
*Für den gesamten Artikel gilt übrigens der Haftungsausschluss für abgekaute Fingernägel. Sorry, ey.
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Dank des lieben Frolleins M. bin ich endlich im Besitz einer Vogelstimmen-CD, so wie ich sie immer haben wollte. Nämlich: Eine männliche Stimme sagt: “Der Feldsperling… Gesang.“, und dann kommt der Gesang. Oder Rufe.
Freundin T. hatte mir schon mal eine umfassende DVD geschenkt, bei der man jedesmal ganze Filmchen und Kapitel gucken und wild im Menü rumdrücken konnte, um das zu sehen, was man gerade mal sehen (oder eigentlich bloß hören) wollte. Gut gemeint, aber wegen Überfülle des Angebots liegt die DVD seit Jahren im Regal. Meiner bescheidenen Auffassung nach ist es nämlich einfacher, die Rufe und Gesänge zu lernen, wenn man die immer mal so ganz nebenbei zuhause hört, bis sich im Kopf der Name und das Gepiep untrennbar verbunden haben. Noch besser wäre es sogar, käm’ erst das Gepiep und dann der Vogelname. Diese Reihenfolge wäre für’s spätere Spazierengehen und innere Abrufen nützlicher.
Allerdings kann diese Form des Einprägens auch zu leichten Verfälschungen führen. Inzwischen bin ich nämlich der geheimen Auffassung, dass die Schlacht bei Waterloo in einem riesigen Schloss oder einer Schlachtenhalle oder so stattfand. Jedenfalls irgendwie “Indoor”. Weil sie vor unserer U-Bahn-Haltestelle gleichen Namens nämlich immer durchsagen: “Waterloo. – Achtung, Türen öffnen links.” Untrennbar verbunden, machste nix.
Jedenfalls: Mit Hilfe der neuen CD habe ich inzwischen bereits Folgendes herausgefunden: Die Rauchschwalbe spricht rückwärts und spult sich zwischendrin immer wieder vor, der Eichelhäher “singt” nicht, sondern reibt stattdessen zwei Styroporklötze aneinander (beim “Rufen” hingegen reinigt er sich die Stimmbänder; – hatte mal einen Nachbarn, der hat das morgens auch so gemacht), und der Kiebitz klingt wie ein Autoscooter.
Hach, Natur…!
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